In unserer Rubrik “Likemedien” präsentieren wir unsere Fundstücke aus dem Netz der aktuellen Woche. Artikel, die uns beschäftigt, oder Videos, die uns bewegt haben. Wir freuen uns über Empfehlungen.

Artikel

  • “Die Behinderte” spielen, dass möchte Schauspielerin Carina Kühne gar nicht mehr und dafür lieber im “Traumschiff” auftreten. Ein Porträt auf FAZ.NET:
In den Filmen würden immer Klischees über Behinderte bedient, kritisiert die junge Frau. Sie müsse sich dafür dümmer stellen, als sie sei, abgehackt sprechen. Tatsächlich spricht sie zwar nicht immer ganz deutlich, aber flüssig und viel, auch wenn sie dabei manchmal den Faden verliert. Im Film werde ein falscher Eindruck vermittelt, der dann das Bild von Behinderten präge, klagt sie. Auch in „Be my Baby“ sei das so gewesen. Das fördere jedoch Vorurteile bei den Zuschauern.

  • Inklusion ist eine Haltungsfrage, meint Julia Latscha, Autorin und Mutter einer behinderten Tochter, bei ZEIT Online.
Das Gejammer über die Schwierigkeiten von Inklusion ist laut. Aber das Problem sind nicht Geld oder mangelnde Ressourcen. Die größte Hürde ist unser fehlender Wille.

  • Zum Vatertag schrieb der Mann von Wheelymum auf ihrem persönlichen Blog über das gemeinsame Leben.
Die Situation ist nun mal wie sie ist. Wir lieben uns. Da stören kein Rollstuhl und keine Schmerzen. Ich versuche ein guter Papa zu sein – so wie wohl jeder Papa. Ganz gleich wie viel oder wie wenig ich tue. Es ist doch immer das Wie!

  • Die Talentagentur Zebedee Management setzt sich für eine erhöhte Sichtbarkeit von behinderten Menschen in den Medien ein. Bei ze.tt wurde ihr Fotoprojekt besprochen:

„Wir hoffen, dass die Medien und die Öffentlichkeit bereit dafür sind“, sagen die Gründer. Die Models auf der anderen Seite seien es schon lange. „Es gibt einfach keinen Grund, warum eine Person mit einer Behinderung nicht Teil einer High-End-Fashion-Kampagne sein oder als Schauspieler oder Werbegesicht tätig sein kann.“ Warum die Industrie so lange braucht, eine diversere Bandbreite an Models zu engagieren, können sich Johnson und Proctor nicht erklären. Zumal die meisten Menschen beispielsweise eher Kleidung kaufen würden, die von „echten Menschen“ beworben werden.

  • Petition gegen Heimzwang für behinderte Menschen: Seit Wochen protestieren behinderte Menschen gegen die durch das neue Bundesteilhabegesetz drohenden Zwangsumzug in ein Heim. Hier könnt ihr dagegen stimmen.

Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihre Wohnung aufgeben und gegen Ihren Willen in ein Zimmer in einem Wohnheim ziehen. Sie könnten dort nicht mehr frei bestimmen, was sie wann essen möchten oder wann Sie duschen oder wann Sie abends ins Bett gehen möchten. Auch könnten Sie sich nicht aussuchen, wen Sie in Ihre Intimsphäre lassen, auf wen sie angewiesen sein werden und wem Sie vertrauen. Unvorstellbar? Vielen Menschen mit Behinderung droht genau dieses Schicksal. In Deutschland, im Jahr 2017.

  • Petition für Legasthenie-Betroffene: Bis Mittwoch, 31.5. kann eine Stimme abgegeben werden für eine Petition, die sich für eine frühere Förderung von Kindern in der Schule einsetzt, die von Lese-Rechtschreibschwäche und Legasthenie betroffen sind (mehr Infos).

Tweets aus dem Alltag

Videos

  • Schwierige Erfahrungen: Bei bento erzählen junge Menschen, wie sie mit Erfahrungen umgehen, die für andere schwer erscheinen. Neben den Themen Austreten aus einer Sekte, Leben mit HIV und Umgehen mit Mobbing sind auch drei Personen mit Behinderung dabei. Eine davon ist Karoline, die mit der Friedreich-Ataxie lebt.
  • Alltag einer gehörlosen Frau: Die BUNTE brachte ein Video bei Facebook, das die Barrieren im Alltag einer gehörlosen Frau zeigt und für Verständnis wirbt. Nach Protest von Leser*innen wurde das Wort “Taubstumme” im Posting in “Gehörlose” umgewandelt (mehr Infos).

Aufruf

  • Schauspielerin mit Behinderung: Coco de Bruycker ist Schauspielerin und hat die Zusage für ein Studium an der New York Film Academy. Der jungen Frau mit Spastik fehlt jetzt nur noch das Geld für die Studiengebühren. Auf Cocos Website findet sich eine Crowdfunding-Campagne. Zum Infovideo über sie geht es hier:

In eigener Sache

“Wenn man behinderte Menschen nur als Kostenfaktor betrachtet, ist das ein falsches Signal an die Gesellschaft!”

Titelbild: Screenshot faz.net